Wasn da los? Folge 27: Die endlose Flucht


Draußen peitscht der Regen gegen die Scheiben, ein nasskalter Sonntagnachmittag. Du sitzt auf dem Sofa fest, doch an Langeweile ist nicht zu denken. Ein Wimpernschlag, und Netflix, Amazon Prime oder ein anderes Portal fluten das Wohnzimmer mit tausenden Serien und Filmen. Oder du startest das Spiel am PC und tauchst in ferne Welten ein. Die Moderne hat jeden Moment der Stille getilgt. Wir haben so viele Möglichkeiten uns abzulenken, dass wir verlernt haben einfach nur da zu sein.

Wir springen 1500 Jahre zurück – in die dunklen Wälder der germanischen Stämme.

In einer kargen Hütte flackert ein winziges Feuer. Draußen ist es stockfinster, und die absolute Stille drückt auf die Brust. Es gibt kein Pergament zum Lesen, keine Geschichte auf Abruf. Die Menschen sitzen schweigend zusammen. Loki versucht Unruhe zu stiften und flüstert von flüchtigen Freuden, doch Odin mahrt zur inneren Einkehr. In dieser Leere liegt keine Langeweile, sondern die wahre Stärke sich selbst zu begegnen.

Wir kehren zurück in die Gegenwart. Der TV läuft, das Tablet leuchtet, doch das Gefühl der Leere bleibt.

Vielleicht ist die ständige Ablenkung gar kein Fortschritt, sondern nur eine Flucht vor uns selbst – wie groß muss die innere Stille sein, wenn wir sie nicht einmal mehr im Regen ertragen?


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