Wasn da los? Folge 6: Keiner schafft es allein.
Und genau so denken wir vielleicht manchmal, ich müsste helfen, aber ich habe gerade selbst genug um die Ohren. Heute können wir fast alles allein erledigen. Essen bestellen, online einkaufen, von zu Hause arbeiten und Nachrichten schreiben, ohne einem Menschen zu begegnen.
Doch reisen wir mal über 1000 Jahre zurück. Ein nordisches Langhaus. Draußen peitscht ein eisiger Wintersturm gegen die Holzwände, aber drinnen knistert das Feuer. Jeder weiß: Allein kommt hier niemand durch den Winter. Wenn ein Dach repariert werden musste, kamen die Nachbarn. War das Boot beschädigt, half das ganze Dorf. Fiel die Ernte schlecht aus, wurde geteilt, weil jeder wusste, dass er morgen selbst derjenige sein könnte, der Hilfe braucht. Viele Menschen glaubten damals, dass Götter wie Odin Weisheit schenken konnten und Thor über die Menschen wachte, wenn Gewitter über das Land zogen. Und wenn irgendwo wieder mal ein Werkzeug verschwand oder ein kleiner Streit größer wurde, hätte bestimmt so mancher gesagt, Loki habe seine Finger im Spiel. Aber egal, ob man daran glaubte oder nicht, eine Sache war für alle Realität. Gemeinschaft war die stärkste Kraft, die ein Dorf besitzen konnte.
Und heute?
Wir sind ständig verbunden und fühlen uns doch manchmal allein. Vielleicht liegt echter Fortschritt nicht darin, alles selbst schaffen zu können. Vielleicht bedeutet Fortschritt, den Mut zu haben, Hilfe anzunehmen, Hilfe anzubieten und füreinander da zu sein. Denn am Ende sind es selten die Dinge, an die wir uns erinnern. Es sind die Menschen, die geblieben sind, als wir sie gebraucht haben.
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