Wasn da los? Folge 3: Die unerreichbare Welt
“Ich ruf dich später an.” Ein Satz, den wir jeden Tag benutzen. Zwei Sekunden später vibriert das Handy. Oder wir schicken ein Bild, ein kurzes Emoji, egal wohin auf der Welt. Aber stell dir mal vor, dein Handy ist weg.
Kein Internet, kein Telefon, nicht mal ein Briefkasten. Und jetzt musst du jemandem sagen, dass du erst in zwei Wochen nach Hause kommst. Willkommen vor etwa 1.000 Jahren. Damals reiste eine Nachricht selbst.
Wer etwas mitteilen musste, schickte einen Boten los. Zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Schiff. Wochenlanges Warten. Oder die Nachricht kam nie an. Viele Nordmänner glaubten, Odin schicke seine Raben Hugin und Munin, um ihm aus aller Welt zu berichten. Das muss wie reine Magie geklungen haben. Und irgendwo saß Loki bestimmt grinsend am Wegesrand und verwechselte zwei Botschaften.
Heute tragen wir etwas in der Hosentasche, das selbst die kühnsten Träume der Wikinger übertroffen hätte. Ein Fingertipp und jemand am anderen Kontinent liest mit. Und doch werden wir manchmal ungeduldig, wenn die Antwort fünf Minuten auf sich warten lässt. Vielleicht ist der größte Fortschritt nicht das Smartphone selbst, sondern die Möglichkeit, die Menschen, die uns wichtig sind, fast jederzeit zu erreichen.
Wenn du heute die Nachricht “Bin gut angekommen” verschickst, denk mal kurz daran, wie viele Tage oder Wochen Menschen früher hofften, genau das irgendwann zu hören. Und vielleicht hätten selbst Odins Raben es nicht schneller bringen können.
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