Wasn da los? Folge 8: Wer bist du?
Du stehst morgens vor dem Spiegel. Du entscheidest, wie du dich kleidest, woran du glaubst, welchen Weg du gehst. Für viele ist das Freiheit. Aber Freiheit stellt eben auch Fragen. Wer bin ich eigentlich? Und manchmal suchen wir länger nach dieser Antwort, als uns gut tut.
Stell dir mal ein nordisches Dorf vor, vor etwa 1000 Jahren. Die Menschen dort unterschieden sich natürlich in Charakter, Fähigkeiten und Träumen. Aber ihre Identität entstand vor allem aus der Gemeinschaft. Man war Teil einer Familie, eines Dorfes, einer gemeinsamen Geschichte. Wenn ein alter Skalde von Odin erzählte, ging es oft darum, dass Weisheit nicht nur bedeutet, sich selbst zu kennen, sondern auch, seinen Platz in der Welt zu finden. Und wenn Loki irgendwo schmunzelnd unterwegs war, hat er bestimmt versucht, Zweifel zu säen, einfach um alles ein bisschen durcheinanderzubringen.
Doch am Ende wusste jeder, allein konnte niemand bestehen. Heute dürfen wir unseren eigenen Weg gehen, und das ist ein großer Fortschritt. Gleichzeitig kann die Suche nach der eigenen Identität so viel Raum einnehmen, dass das Gemeinsame in den Hintergrund rückt.
Vielleicht liegt die eigentliche Stärke gar nicht darin, dass jeder irgendwie besonders ist, sondern dass wir mit all diesen Unterschieden trotzdem etwas Gemeinsames aufbauen. Denn Identität entsteht nicht nur aus der Frage Wer bin ich?, sondern auch aus der Frage Zu wem gehöre ich? und, wer kann sich auf mich verlassen?
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