Wasn da los? Folge 11: Wo ist eigentlich die Stille?

Es ist früher Morgen. Du öffnest das Fenster. Doch bevor du die frische Luft einatmen kannst, hörst du schon etwas. Autos in der Ferne, ein Flugzeug am Himmel, das Brummen einer Wärmepumpe, irgendwo eine Baustelle. Und später dann Handys, Fernseher, Gespräche. Selbst wenn es ruhig wirkt, ist es selten wirklich still.
Doch jetzt drehen wir die Uhr zurück,rund 2000 Jahre. Die Sonne geht auf, Nebel liegt über den Wiesen. Kein Motor läuft, kein Flugzeug zieht seine Bahn. Du hörst den Wind, der durch die Bäume streicht, das Rascheln der Blätter, das Knacken eines Astes im Wald, das leise Rauschen eines Baches. Für die Menschen damals war jeder Klang bedeutungsvoll. Ein knackender Ast konnte ein Tier sein oder etwas ganz anderes. Wind brachte Ankündigung von Wetterwechsel. Und in der Stille, die sie umgab hatte Stille wirklich Bedeutung?
Vielleicht mehr als wir jetzt in unserer lauten Welt verstehen können. Vielleicht war Stille für sie weniger Abwesenheit und mehr Gegenwart.
Heute suchen wir Stille mit Musik, Apps oder weißem Rauschen. Doch vielleicht braucht unser Kopf gar nicht mehr Geräusche, sondern einen Moment, in dem wir wiederhören können, was immer schon da war. Wenn du das nächste Mal draußen unterwegs bist, halte mal einen Augenblick an und höre nicht auf das, was Lärm macht, sondern auf das, was übrig bleibt, wenn der Lärm verschwindet.
Vielleicht begegnest du dort nicht nur der Natur.
Vielleicht auch ein kleines Stück dir selbst.






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