Wasn da los? Folge 7: Wenn der Sommer noch einfach Sommer war.

Wir schauen heute morgens aufs Handy, sehen 32 Grad tiefrot auf der Wetterkarte und schon haben wir das Gefühl, der Tag ist eine Warnung.

Klar, diese Hinweise sind wichtig. Aber sie verändern auch, wie wir das Wetter erleben. Manchmal fühlt es sich fast so an, als würden wir den Sommer zuerst auf dem Bildschirm erleben und erst danach draußen.

Gehen wir mal 1000 Jahre zurück. Die Sonne geht über einem nordischen Dorf auf. Das Langhaus erwacht, Kinder laufen hinaus, die Felder warten. Niemand kennt eine Wetter-App. Man schaut in den Himmel, liest in den Wolken, spürt den Wind. Manche hätten geglaubt, dass Njörd ihnen eine Brise schenkt und wenn plötzlich genau dann eine dunkle Wolke aufzog, wenn alle das Heu trocknen wollten, hätte bestimmt irgendwer geschmunzelt und gemurmelt, Loki habe seinen Spaß. Damals war das Wetter nichts, das man bekämpfen oder vor dem man gewarnt wurde. Es war einfach Teil des Lebens. Heute ist es ein Fortschritt, dass wir Tage im Voraus wissen, was kommt.

Aber vielleicht sollten wir trotzdem nicht vergessen, den Sommer zu spüren, statt ihn nur zu checken. Denn keine Wetterkarte sagt dir, wie sich warme Abendluft wirklich anfühlt oder, wie schön es ist, barfuß über kühles Gras zu gehen. Vielleicht ist der wahre Luxus unserer Zeit nicht, dass wir das Wetter kennen, sondern, dass wir trotz all dem noch rausgehen und es selbst erleben können. 



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