Wasn da los? Folge 18: Arbeiten wir heute wirklich härter?
Du stehst morgens auf, steigst ins Auto und fährst zur Arbeit. Acht Stunden später ist Feierabend. Am Monatsende kommt dein Gehalt aufs Konto. Davon bezahlst du Miete, Strom, Lebensmittel und vielleicht bleibt noch etwas für den Urlaub. Oder ein Konzert oder das neue Smartphone. Natürlich ist nicht jeder Job leicht und viele Menschen kämpfen finanziell. Trotzdem gibt es heute mehr Möglichkeiten als je zuvor, Geld zu verdienen. Ob im Handwerk, im Büro, selbstständig oder sogar von zu Hause aus.
Doch drehen wir die Zeit rund 1200 Jahre zurück. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als der Tag bereits beginnt. Es gibt keine Stechuhr und keinen Feierabend. Das Feld wartet, Tiere müssen versorgt Holz muss gehackt und Wasser geholt werden. Fällt die Ernte schlecht aus, gibt es kein Konto als Reserve. Dann bedeutet ein harter Winter vielleicht Hunger. Jeder Tag entscheidet darüber, ob die Familie genug zu essen hat. Am Abend sitzt das Dorf am Feuer. Ein Skalde erzählt Geschichten von Odin, selbst Loki scheint für einen Moment still zu sein, weil er weiß, dass sich niemand einen freien Tag wünschen kann. Das Leben verlangt jeden Tag seinen Tribut.
Heute reden wir oft davon, weniger arbeiten und mehr vom Leben haben zu wollen. Daran ist nichts falsch. Zeit mit der Familie, Erholung und Gesundheit sind wichtig. Aber vielleicht vergessen wir manchmal, wie besonders es ist, überhaupt die Möglichkeit zu haben, über eine Work-Life-Balance nachzudenken. Für viele Menschen vor über tausend Jahren gab es diese Wahlmöglichkeit nicht. Arbeit war nicht ein Teil des Lebens, sie war die Voraussetzung, um überhaupt überleben zu können.
Wenn du das nächste Mal nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommst, frag dich einen Moment, arbeite ich wirklich mehr als die Menschen damals?
Oder habe ich vor allem etwas, das sie kaum kannten? Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie ich mein Leben gestalten möchte?
Denn vielleicht besteht der größte Fortschritt nicht darin, dass wir weniger arbeiten müssen. Vielleicht besteht er darin, dass Arbeit heute nicht mehr unser ganzes Leben bestimmen muss.

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