Wasn da los? Folge 16: Musik auf Knopfdruck.


Du steigst morgens ins Auto, ein Klick und dein Lieblingssong läuft. Später vielleicht Kopfhörer auf, Podcast beim Putzen oder abends ein Ticket fürs Konzert der Lieblingsband. Musik immer, wenn wir sie wollen. 
Doch drehen wir mal die Zeit 1200 Jahre zurück, ins frühe Mittelalter. Morgens keine Kopfhörer, kein Radio, kein Smartphone, kein Streaming. Der Tag klingt mit natürlichen Geräuschen wie Hämmern oder Vogelgezwitscher an. Musik gibt es dann nur zu besonderen Momenten. Vielleicht kommt ein Spielmann ins Dorf, schlägt eine Trommel oder spielt eine einfache Flöte oder Laier. Die Menschen versammeln sich am Feuer und singen gemeinsam. Jeder Ton hat Gewicht, weil er nicht immer wiederholbar ist wie Heute. Und wenn ein alter Skalde, ein Dichter, ein Lied über Odin anstimmt und Loki sitzt kichernd daneben und reißt im unpassendsten Moment die Saite der Laier, dann ist das mehr als nur Unterhaltung, es ist Erzählung, Gemeinschaft, Erinnerung in Klang übersetzt.
Und vielleicht haben wir uns daran gewöhnt, dass Musik immer verfügbar ist. Vielleicht liegt der eigentliche Luxus aber darin, ihr wieder richtig zuzuhören, statt sie nur nebenbei dudeln zu lassen.
Also, wenn du heute dein Lieblingslied hörst, nimm dir einen Moment, leg das Handy zur Seite und hör mal genau hin. Denn schon vor über tausend Jahren war Musik mehr als Klang. Sie verband die Menschen miteinander.
Und ja, selbst wenn die Musik immer verfügbar ist, heißt das ja nicht, dass wir ihr auch wirklich zuhören. Vielleicht ist der eigentliche Luxus nicht die Verfügbarkeit, sondern die Aufmerksamkeit, mit der wir zuhören. 



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